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Der Dow Jones ist im Minus, schreib mal was in Moll!

Robert J. Brym (University of Toronto) und Gabriel Rossman (UCLA) haben sich die Top 100 der Billboard Charts zwischen 1955 und 2009 vorgeknöpft und für jeden Song das Tempo (BPM) und Tongeschlecht bestimmt (Dur oder Moll – ich musste, zugegebermaßen, auch erst die Wikipedia bemühen, um rauszubekommen, dass die beiden als Tongeschlechte bezeichnet werden; wieder was gelernt). Die so aufbereiteten Daten haben Sie dann auf Korrelationen mit dem Dow Jones Index getestet, mit zwei ziemlich interessanten Ergebnissen:

Zunächst mal wurde das Tempo der Songs auf Korrelation mit dem Dow Jones getestet. Das Ergebnis: je niedriger der Börsenindex (also je mieser die Wirtschaftslage), desto langsamer die Songs in den Billboard Charts.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man den Anteil der Songs in Moll aus den jeweils aktuellen Charts auf Korrelation mit dem Dow Jones Index prüft: Je schlechter die Wirtschaftslage, desto mehr Moll (also melancholische, traurige Tonarten) gibt es in den Charts.

Es würde mich fast wundern, wenn solche Erkenntnisse nicht schon im Musikmarketing genutzt würden. Mehr so herrlich geekigen Untersuchungen gibt es übrigens auf Darwin vs The Machine, wo sich Yale Fox mit The Science of Nightclub Culture auf sehr unterhaltsame Weise auseinandersetzt.