Initiative ZukunftHafen


CC-Hafen von Thomesy

Münsters Hafen verliert ja nun schon seit geraumer Zeit an Charme. Einige Backsteinhäuser sind schon Büroburgen aus Stahlbeton gewichen, und bereits mehrere kleine, sympathische Läden sind profilloser Systemgastronomie gewichen. Einfach draußen am Wasser sitzen oder Läden wie den Hot Jazz Club besuchen kann man natürlich immer noch prima. Allerdings sollte man das mittlerweile eher unter der Woche tun – am Wochenende zieht der Hafen mittlerweile genau die Leute an, die sich in o.g. Systemgastronomie vermutlich sehr wohlfühlen. Nennt man das eigentlich auch Gentrifizierung? Vermutlich irgendwie schon.

Nicht mehr so ganz das Gelbe vom Ei also, aber ganz verloren zu sein scheint der Hafen noch nicht. Wenn allerdings die Entwicklungspläne für die Osmohallen, die seit der Firmeninsolvenz vor einigen Jahren das Herzstück des Hafens bilden, so umgesetzt werden, wie aktuell geplant, dann hat der Hafen definitiv seine beste Zeit hinter sich. Immerhin formiert sich nun organisierter Widerstand als Verein unter dem Namen Initiative ZukunftHafen e.V., der sich gerade in Grüdung befindet und online bislang nur auf Facebook zu finden ist (wo die Gruppe aber immerhin schon fast 1000 Mitglieder hat). Die letzte Mail an die Mitglieder gebe ich mal hier ungekürzt wieder:

Münsters Verwaltung hat seine Pläne zur Hafenentwicklung vorgestellt.

Das neue Einkaufszentrum von Stroetmann und eine komplette Wohnbebauung auf der Fläche der Osmo-Hallen sollen den Bürger-und Kulturhafen ablösen und das Bild des Hafens bestimmen.

Der Plan der Verwaltung auf dem Osmo-Areal:

  • Kein Erhalt oder Teilerhalt der Osmo-Hallen
  • Kein Public Viewing
  • Kein Beach
  • Keine Freiflächen
  • Kein Hafenmarkt
  • Kein Heaven oder Ähnliches wie das WDR Musikfest
  • Keine Sportveranstaltungen, wie Streetball, Triathlon, Hochsprung, etc.
  • Kein Oktoberfest und andere Veranstaltungen
  • Keine Möglichkeit der Neuansiedlung von Kunst und Kultur
  • Nur noch etwa 500 Wohnungen von Investoren
  • Keine Ausweichfläche für bestehende Einrichtungen auf der anderen Hafenseite

Der Hafen braucht Ihre Hilfe! Zeigen Sie Flagge und kommen Sie zur Bürgerversammlung am Do.8.7.2010 um 19.00 Uhr in der Hafen-Arena.

Informieren Sie sich über die Zukunft des Hafens. Laden Sie auch Ihre Freunde ein!

Unterstützen Sie den Verein ZukunftHafen und unterstützen Sie die Erhaltung des Hafens als Bürger-Hafen und nicht als Investoren Modell.

Nun sind natürlich einerseits oben schon einige Veranstaltungen und Läden genannt, die ich auch lieber verschwinden sehen würde. Und man darf natürlich nicht vergessen, dass hinter der Initiative vor allen Dingen die bereits am Hafen angesiedelten Gastronomen stehen, die also nicht nur Initiative zeigen, weil der Hafen so schön ist, sondern weil sie schlicht und einfach ihr Geschäft bedroht sehen. Dennoch halten ich die Initiative für grundsätzlich unterstützenswert und ich hoffe wirklich, dass hier ein so großes Gewicht entsteht, dass die Stadt das nicht einfach ignorieren kann.

shadow

2 Kommentare

  1. acid k

    Kein Oktoberfest – finde ich gut…. den rest nicht :-)

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  2. shadow
  3. el-flojo

    Seh ich genauso, Carsten.
    Ganz ohne die Glamour- und Kragen-hoch-Fraktion wird es leider nicht mehr gehen. Jetzt sollte es wirklich darum gehen, schlimmeres zu verhindern. Und, meine Güte, es könnte wirklich schlimm werden, wenn die Stadt ihre feuchten Träume am Hafen ungehemmt ausleben könnte.

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  4. shadow

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