UK
Ein paar Eindrücke von meinem kurzen Ausflug nach London und in das Städchen Guildford, eine halbe Zugstunde außerhalb gelegen. 1997 war ich das letzte Mal da, in der Zwischenzeit hat sich schon einiges getan an der Themse.
Instant Karma
Braucht kein Mensch, sieht aber gut aus und macht vor allem eine Menge Spaß, diese Buddha Machine.
Zurück
Ein Woche lang an der Spree rumgelümmelt. Herrlich.
Lift Off
Ich bin dann mal die Woche in Berlin.
Mondän
Nun gut, Frankfurt und Stuttgart sind noch nicht besonders spektakulär. Aber wenn alles glatt geht, kommen dieses Jahr noch ein paar spannendere Reiseziele dazu.
Wie muss also ein guter, schöner Plattenladen aussehen?
Wenn Sebastian durch die Lande zieht, gehen reihenweise die Plattenläden pleite. So ähnlich liest sich zumindest sein Blogpost, in dem er die interessante These vertritt, dass eigentlich viel weniger vom Ende der Vinyl-Kultur gesprochen werden sollte, als vom Ende des »Plattenladens als Verwalter von Platten«. Interessant deshalb, weil zwar einerseits tatsächlich zu beobachten ist, dass immer mehr kleine Vinyldealer die Segel streichen müssen, weil sich ihr Geschäft einfach nicht mehr rentiert – andererseits aber seit ungefähr zwei Jahren Vinyl der einzige Tonträger ist, der mit konstant steigenden Verkaufszahlen gesegnet ist.
Wenn nicht die sinkenden Verkaufszahlen, unter denen die CD-geprägte Seite der Musikwirtschaft ächzt, Schuld am Plattenlädensterben ist, muss das Problem woanders zu suchen sein. Auch hier natürlich: im Internet. Onlineshops haben natürlich erstmal potentiell immer das größere Angebot haben und sind eben rund um die Uhr geöffnet und lassen die kaufwillige Kundschaft nach Neuheiten stöbern, wenn es gerade passt – und nicht nur von 11 bis 19 Uhr. Neben diese zwei Killerargumenten fürs Onlineplattenkaufen kommen gerne noch zwei Probleme für die Offline-Stores dazu. Die sind zwar ladenspezifisch, aber doch in erstaunlich vielen mir bekannten Plattenläden anzufinden, da gebe ich Sebastian absolut recht. Zum einen wäre da das angestaubte Image das Plattenladens an sich, das gerne noch durch düstere Lokalitäten und eine antiquierte Einrichtung befeuert wird. Nicht gerade eine Wohlfühlumgebung für entspanntes Einkaufen. Dazu kommt – noch schlimmer und meinen Erfahrungen nach noch häufiger anzutreffen als Problem eins – übellauniges, kauziges, sich elitär gebendes Personal. Persönliche Bekannte werden mit größter zuvorkommender Höflichkeit bedient. Gehört man nicht zu diesem erlauchten Kreis, wird man in aller Regel mit Ignoranz gestraft. Klingt alles ein bisschen nach High Fidelity Klischees, ist aber dennoch in jedem zweiten Schallplattenfachgeschäft anzutreffen, wenn ich da mal so auf meine persönlichen Erfahrungen zurückschaue. Übrigens ist das missmutige Verkaufspersonal in dieser ökonomischen Nische ausnahmsweise kein deutsches Phänomen (Servicewüste und so), sondern quasi ein international anerkanntes Gesetz.
Wenn es allein an Flair und Freundlichkeit hapert, dürfte es ja eigentlich nicht allzu schwierig sein, einen gut gehenden Plattenladen aufzuziehen. Und in der Tat gibt es Beispiele, die zeigen, wie’s geht. Den Kompakt-Laden in Köln habe ich ja zum Beispiel schon mal über den grünen Klee gelobt. Ein moderner, heller Laden und – viel wichtiger – sehr hilfsbereite und nette Menschen hinter der Ladentheke. Mein Lieblingsladen in Berlin ist einer von den Kleineren, man hört und liest komischerweise trotz des großartigen Repertoires und der kompetenten Beratung selten etwas über Melting Point Records auf der Kastanienallee. Auch bei Hardwax bin ich eigentlich immer recht freundlich bedient worden, soweit ich mich erinnern kann. Wobei hier natürlich das ungemütliche, industrielle Flair zum Programm gehört und von daher eher als Pluspunkt zählt – andere Läden würden für die Einrichtung und allein schon die kaum zu findenden Lokalitäten deutliche Punktabzüge kriegen. Smallville in Hamburg wäre auch noch als einer der sehr sympathischen Läden zu nennen.
Ich könnte die Liste noch fortsetzen, auch wenn ich zugegebenermaßen vor allem bei den Shops, die ich im Ausland besucht habe, oft die Namen vergessen habe. Interessant wäre dann die Frage, ob tatsächlich nur die schäbigen Läden mit unfreundlichem Peronsal den Bach runtergehen. Schaffen es die »guten« Läden, durch Service und ein angenehmes Umfeld wirtschaftlich zu arbeiten? Ich wüsste zumindest keinen Laden, der in letzter Zeit das Handtuch geworfen hat und von dem ich sagen würde, dass es wirklich schade um ihn ist. Hoffen wir, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege und die Guten bleiben. Viele von ihnen gibt es ja leider sowieso nicht.
Ganz, ganz mieses Foto

Dafür ein ganz, ganz großartiges Konzert.
BLN

CC-Stadtmitte von jsprhrmsn (!?)
Ich werde die nächsten Tage Hauptstadttourismus betreiben, daher wird sich an der lähmenden Postfäule hier auch in absehbarer Zeit nichts ändern.
Raus

Dann wollen wir uns mal ein bisschen Seeluft geben zum Jahreswechsel. Bis nächstes Jahr.



