Posts zum Thema ‘Lesen’

shadow

Mein musikalischer Zwillingsbruder

twins
CC-Zwillinge von Alan Carter

Toller Artikel im Zeit Magazin: Jürgen von Rutenberg trift in Amsterdam auf den Menschen, den die Last.fm Software als den User mit der größten Übereinstimmung mit ihm in Sachen Musikgeschmack identifiziert hat. Es stellt sich raus: die beiden haben nicht nur fast identische Vorlieben in der Musikauswahl, auch in vielen anderen Bereichen gibt es große Überschneidungen – bis hin zu einem ähnlichen Lebenslauf.

Endlich wird mal bestätigt, was ich schon lange predige: Kontaktanzeigen sollten nur aus den Lieblingsliedern der einsamen Seelen bestehen, das würde die Trefferquote unter Garantie massiv erhöhen. Vielleicht hat ja jemand Lust, ein Facebook / Last.fm Mashup zu basteln, das automatisch Kontaktanzeigen aus den Last.fm-Profilen der User bastelt, die bei Facebook als Single gelistet sind?

→ zum Artikel

shadow

Aus alt mach neu

mashup
CC-Mashupper von Ekai

Im Netz ist der Hype um Mashups ja schon seit einiger Zeit wieder abgeebbt, auch wenn es da nach wie vor noch das eine oder andere zu entdecken gibt. Die Onlineausgabe von Technology Review hat sich dem Thema jetzt mal angenommen – sehr interessant zu lesen:

Mashups: Aus alt mach neu.

shadow

Also eigentlich bin ich ziemlich ernst, todernst geradezu.


CC-Kosi vom Zeitfixierer

Das mag man ihm ja gar nicht glauben, gerade wenn man DJ Kozes Produktionen als Adolf Noise (»Wo die Rammelwolle fliegt«) oder als Teil von International Pony (»Hey little gothic girl, watch out – you might get a sun tan«) kennt. Ist aber wahrscheinlich auch Teil seiner Kunst, dieses irgendwie Schräge, das aber nie ins Alberne abdriftet.

Sehr erhellendes und unterhaltsames Interview jedenfalls, dass Eike für Resident Advisor mit Koze im Robert Johnson gemacht hat, und das es nun quasi im Director’s Cut auf thelastbeat.com zu lesen gibt:

zum Interview

shadow

Busy P Interview


CC-Pedro von Caesar Sebastian

Spannendes und recht ausführliches Interview mit Pedro Winter a.k.a. Busy P, zu lesen drüben bei Pitchfork. Der Ed Banger Labelchef spricht unter anderem über seinen Job als Manager von Daft Punk (den er übrigens kürzlich an den Nagel gehängt hat), über Telefonate mit Rick Rubin und Madonna, und über Hooligan Disco. Lesenswert.

shadow

002

Die zweite Ausgabe der Shook ist draußen und direkt bestellt. Hoffentlich wieder so lesenswert und aufwendig gestaltet wie die Katalognummer 001.

shadow

Interview mit Justin Ouellette

Mit wem? Justin Ouellette. Hat mir bis gerade eben auch nichts gesagt. Bei Muxtape dürfte es bei einigen klingeln (hatten wir hier ja neulich auch gerade). Die Wired hat in der Listening Post ein kurzes Interview mit ihm. Ich hatte ja prophezeit, dass es sicher bald Ärger mit den Labels geben würde, da man bei Muxtape die Tracks ja selbst hochladen kann. Interessant zu lesen, dass genau das Gegenteil der Fall zu sein scheint – alle wollen dabei sein! Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Vielleicht setzt das nötige Umdenken ja doch langsam ein.

Zufälle gibt’s übrigens… gerade sehe ich, dass ich Justins Photoblog schon seit Ewigkeiten im Feedreader hab. Ts.

shadow

What the Funk?

Über den Unique-Newsletter kam dieser Tage der Hinweis auf Gino Faglionias Buch What the Funk – Eine Einführung in Funky Music. War ursprünglich Ginos Diplomarbeit in Design und erscheint nun im Büro 9 Verlag. Die kennen sich mit dem Thema ja schon durch die wie Uptown Strut aus.

Funk ist vielleicht das am stärksten unterbewertete Musikgenre der Popgeschichte. Obwohl der Funk fast alle zeitgenössischen Musikstile nachhaltig beeinflusst hat, angefangen bei Disco, Hip Hop und elektronischer Musik, aber auch Pop und Rock bis weit über die Siebziger hinaus, können sich viele Leute wenig bis gar nichts darunter vorstellen. „What the Funk? – Eine Einführung in funky music” ist ein wundervoll illustriertes Buch, das einen Überblick über mehr als 40 Jahre funky music gibt. Künstlerbiografien, kleine geschichtliche Exkurse und Diskografien zeichnen ein Bild, das dem Betrachter die Musik und ihre Zeit näher bringt.

shadow

Stasi 1.0

Stasi Schreibtisch

Von Schreibtischen wie diesem aus hat die Stasi jahrzehntelang weite Teile der Bevölkerung der DDR bespitzelt und terrorisiert. Die Ergebnisse dieser Überwachungsmaschinerie wurden penibel bis ins kleinste Detail schriftlich festgehalten. Als man auch in der SED-Führung erkannte, dass der Untergang der DDR unabwendbar wird, hat man beschlossen, die riesigen Papiermengen zu schreddern. Die Wired hat einen sehr interessanten Artikel über die Fummelarbeit, die das Ende 1991 ins Leben gerufene BStU verrichtet, um aus den Millionen von Schnipseln die Akten soweit wie möglich wieder herzustellen (Vorsicht, ziemlich lang, lohnt sich aber auf jeden Fall!). Und Danny, vom dem auch das CC-Photo oben stammt, hat ein paar schöne Fotos aus dem ehemaligen Stasi-Headquarter anzubieten.

shadow

Uptown Strut & Shook

Uptown Strut

Da habe ich die Uptown Strut schon seit zwei, drei Wochen rumfliegen und mir schon lange vorgenommen, hier mal ein paar Sätze darüber zu schreiben, und dann ist es quasi zu spät, weil Kai und Matthias eigentlich schon alles wichtige gesagt haben. Mist.

Trotzdem möchte ich hier noch kurz meinen Saft dazugeben – zu dem kostenlosen Magazin, dass sich mit Soul, Funk und Jazz beschäftigt, gibt es nämlich durchaus einiges anzumerken. Gut aufgemacht, optisch ansprechend, sehr zielgruppenorientierte und daher wenig störende Werbung, schöne Artikelauswahl – und dann Artikel wie die von Reinhard Jellen oder auch der abschließende Kommentar von Ada Loveshake (was für ein Künstlername!).

Jellen, der einer der ersten Soul DJs in Deutschland war und u.a. für Spex und Telepolis schreibt, analysiert auf fünf Seiten die Entwicklung von Nothern Soul in Deutschland. Für mich, dem diese Musik eigentlich immer ganz sympathisch war, ohne auch nur ansatzweise Ahnung zu haben, sehr interessant zu lesen, wo die Szene ihren Ursprung hat, wie sie ihren Weg nach Deutschland fand, und wie sie auf Entwicklungen wie CDs und das Web reagiert hat. Irgendwie weiß ich dann aber am Ende doch nicht ganz, was ich von dem Artikel halten soll. Die Fixierung auf rare 45s ist zwar sicher in Zeiten von Filesharing irgendwie unzeitgemäß, gleichzeit wäre die Szene ohne diese besessenen Sammler vermutlich heute längst verschwunden.

Uneingeschränkt anschließen kann ich mich dagegen dem Kommentar von Ms. Loveshake, die sich aus DJ-Perspektive über die Borniertheit mancher Partygäste auslässt: Passt ein Stück nicht 100% ins Schema dessen, was die Szene für gut befindet, wird die Nase gerümpft – völlig unabhängig davon, ob der Song gut ist, oder nicht! Ich kenne das nur zu gut (wenn auch aus einer anderen musikalischen Ecke), bei uns laufen die entsprechenden Kandidaten unter Minimal-Nazis. Vielleicht eine etwas harte Wortwahl, aber im Kern beschreibt es das Verhalten ganz gut: ein bisschen zu viel Melodie oder – oh mein Gott! – Vocals, und die Vertreter dieser Gattung verziehen sich Richtung Theke, Klo, oder bleiben mitten auf der Tanzfläche stehen und sehen einen an, als hätte man gerade Udo Jürgens aufgelegt (was übrigens wirklich zu weit gehen würde).

Aber ich schweife ab: Uptown Strut liegt in Münster bei Elpi und Jörg’s CD Forum aus. Wo sonst, steht hier.

ShookDa ich jetzt schon so viel geschrieben habe, fasse ich mich für das Shook Magazine kurz. Habe ich mal auf Matthias’ Tipp hin bestellt und hat mich direkt völlig berzeugt: großartig aufgemacht mit tollem Layout und auf ordentlich dickem Papier gedruckt, inhaltlich quasi das Gegenstück zu Uptown Strut. Hier dreht sich alles um modernen Soul, wie er in London (wo das Mag auch herkommt) aus unzähligen Kellerstudios gewabert kommt. Berichtet wird über Nu Jazz, HipHop, Dubstep und artverwandtes aus allen Teilen der Welt, gepaart mit ein bisschen Technik-Schnickschnack und Streetart. Die nächste Ausgabe werde ich jedenfalls auch wieder bestellen und ich drücke die Daumen, dass das alles nicht zu sehr Nische ist, um zu überleben.

shadow

Intro als PDF

Intro PDFUnseren Lieblings-kostet-nix-Indie-Leitfaden Intro gibt’s jetzt auch als PDF, und folgt damit dem Beispiel der De:Bug, zum Beispiel. Leider erst ab der aktuellen Ausgabe, das Archiv im PDF-Format lässt noch auf sich warten – aber vielleicht kommt das ja noch. Dafür gibt’s beim Intro – im Gegensatz zu den Bezahl-Magazinen – natürlich keinen Grund, mit der PDF-Veröffentlichung zu warten, bis das folgende Heft draußen ist. Also immer die neueste Ausgabe direkt auch digital – gute Sache.

shadow